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24 gute Taten


Caminhar Juntos
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Rundbrief 2009 Drucken

Liebe Freunde von Caminhar Juntos,

erneut habe ich die Erfahrung gemacht, dass in Brasilien die Uhren langsamer gehen, es braucht alles viel mehr Zeit.

Erdrutsch hinter dem ProjekthausIm November 2008 fing alles an. Es hatte fünfzehn Wochen am Stück geregnet und dann war die Katastrophe da. Im Staat Santa Catharina kam es zu Erdrutschen mit katastrophalen Folgen. Allein in Blumenau verloren 136 Menschen ihr Leben und viele ihre Häuser. Das deutsche Fernsehen berichtete davon. In der Regel treffen starke Regenfälle nur die arme Bevölkerung, die ihre kleinen Bretterhütten und Plastikzelte am Berg bauen. Dieses Mal traf es alle Bevölkerungsschichten. Überlebende hatten alles verloren, manche nicht nur ihr Haus, sondern auch ihr gesamtes Grundstück.

 

 

 



Piçarras war relativ verschont geblieben. Hier gab es keine Toten aber große Angst. Hinter dem neu erworbenen „rosa Haus“ waren mehrere Tonnen Erde abgerutscht und liegen da, wo eine Werkstatt entstehen sollte. Es wurde aber niemand verletzt. Die herbeigerufene Feuerwehr riet auch von der Benutzung des Haupthauses ab, weil ein „Dominoeffekt“ eintreten könnte. Ende November musste die Arbeit in den Projekthäusern eingestellt werden. Am 19. Dezember gab es noch eine Weihnachtsfeier für die Kinder – draußen, vor dem Haus in bescheidenem Rahmen. Die Mitarbeitenden mussten ihren Urlaub nehmen. Im Januar besuchten die Projektkoordinatoren Sanderly und der Diakon Serjo die Familien, denn alle litten unter den unklaren Verhältnissen. Jetzt konnte nur noch Solidarität aller helfen, damit die Stadt zum Handeln bewegt würde. Erst am 1. März wurde die Arbeit mit den Kindern wieder aufgenommen. Dazu wurde ein Haus in der Nähe angemietet. Allerdings muss auch weiterhin die Arbeit mit den kleinen Kindern ruhen.

Musikalische Arbeit im ProjektDie Kinder haben sehr darunter gelitten, dass „ihr Projeto“ geschlossen war. Ein paar machten sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt und baten Pastor Lenz, sich doch für sie einzusetzen. Als die Schulkinder wieder ihre gemeinsamen Mahlzeiten, ihre Musik-kurse und ihre Spielmöglichkeiten hatten, waren es die Kleinen, die um ihren Platz trauerten oder sogar kämpften. Die Mutter von der zweieinhalbjährigen Mayli hatte ein Baby bekommen, das ihre ganze Aufmerksamkeit brauchte. Mayli schlich sich davon und versuchte über das hohe Tor zu klettern, denn der Haken, um das Tor zu öffnen, war für sie zu hoch. Die Mutter sah es mit Schrecken. Sie ging zu der zuständigen Sozialstelle und klagte Hilfe ein. Die Sozialarbeiterin war tief beeindruckt.

Es hat inzwischen mehrere Besichtigungen durch Geologen gegeben, mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Stadt müsste handeln, z.B. den Hang terrassieren, aber es geschieht nichts. Diese Situation ist für die Mitarbeitenden und die Verantwortlichen in der Direktion fast unerträglich.

Ausflug ins SchwimmbadEin Lichtblick waren die Ausflüge mit den Kindern in ein großes Schwimmbad mit Wasserrutsche in der Nachbarstadt Barra Velha im Februar. Es war wie ein Hoffnungsschimmer für alle. Sie waren wieder zusammen.

Besondere Sorge machen uns allen miteinander die Jugendlichen, die keine Chance auf eine Berufsausbildung haben. Dann erzählte uns eine Besucherin von einer Einrichtung in
Curitiba, die in Kursen Jugendliche aus armen Familien auch mit wenig Schulbildung ausbildet. Mit Schwester Gerda und Sanderly machten wir uns auf den Weg dorthin und besuchten die „Rede Esperanca“. Wir waren begeistert. Junge Menschen werden theoretisch und praktisch in verschiedenen Professionen ausgebildet Elektrotechnik, Metallverarbeitung, Friseurhandwerk, Bäcker, Computer und Nähen. Es ist eine Italienische Gründung. Eine Italienerin leitet die Einrichtung ehrenamtlich. Die Finanzierung geschieht durch Freunde in Italien, Firmen, die in Brasilien arbeiten, die Stadt Curitiba und das Bundesland Parana. Wir haben dort genau das gesehen, was wir uns für unsere Kinder auch wünschen. Die Stadt Piçarras ist an solch einer Einrichtung sehr interessiert. Schwester Gerda ist zuversichtlich, auch finanzielle Unterstützung von Firmen zu bekommen. Das größte Problem wird sein, die geeigneten Mitarbeitenden zu finden und diese dann auch zu finanzieren. Es wäre eine wunderbare Aufgabe für engagierte Menschen aus Deutschland! Ehrenamtlich arbeitende bekommen eine Aufenthaltserlaubnis für vier Jahre.

GesprächeFür die Arbeit mit den Kindern hat die Stadt wieder eine pädagogische Kraft zur Verfügung gestellt. Daisy arbeitet seit April mit. Den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung ist aufgefallen, dass durch die „Association Caminhar Juntos“ das Stadtviertel Nossa Senhora da Pac fast keine Probleme mehr macht. Das erhöht ihre Bereitschaft, die Einrichtung zumindest mit Wohlwollen zu unterstützen. Auch die lutherische Kirchengemeinde zeigt immer mehr Interesse. Der Gemeindepfarrer trifft sich einmal wöchentlich mit den Jugendlichen zum Gespräch.

Weil es noch keine Ausbildungsmöglichkeiten gibt, sind seit dem 1. März zwei 14-jährige Jungen „Mitarbeiter“ im Projekt. Sie gehen weiter zur Schule und helfen in der unterrichtsfreien Zeit bei den Kleinen, in der Küche und was sonst noch so anfällt. Ein Taschengeld von 200 Reais (ca.70 €) hilft,dass sie nicht auf der Straße arbeiten müssen, z.B. Müll sammeln oder gar Drogenhandel.

Das Projekt „Caminhar Juntos" macht eine gute Arbeit, es hilft den Kindern hoffnungsvoll in ihre Zukunft zu blicken und fördert die Solidarität einer sehr armen Stadtteilgemeinde. Es ist aber auch weiterhin auf unsere finanzielle Hilfe angewiesen.
Wer einmal in Brasilien Urlaub machen möchte, ist herzlich eingeladen, selbst zu sehen, was dort geschieht. Für Gäste ist in der Rua Italia Platz!

An dieser Stelle möchte ich, auch im Namen von Schwester Gerda für die viele Unterstützung danken. Ohne die gemeinsame Hilfe würde es das Projekt Caminhar Juntos nicht geben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und grüße Sie, wie es in Brasilien üblich ist,
mit einem Abraço

Ihre Erika Kirse
Minden, 20. Juli 2009

 

Wenn Sie helfen möchten, spenden Sie bitte unter dem Verwendungszweck „Caminhar Juntos“ auf folgendes Konto:

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Spendenkonto: Erika Kirse, Sparkasse Minden-Lübbecke BLZ 490 50101 Kontonr.: 84 472 133
Verwendungszweck: Caminhar Juntos sowie den eigenen Namen mit vollständiger Anschrift für die Spendenbescheinigung, die immer zu Beginn des Folgejahrs verschickt wird